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Laborärztin/Laborarzt


Die Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin bilden eine der kleinsten Facharztgruppen in Deutschland. Nach den Hausärzten sind sie jedoch die am häufigsten konsultierte Arztgruppe. Wer außer den Fachärzt(inn)en für Laboratoriumsmedizin noch Laboruntersuchungen durchführen darf, wie viele Laboratorien es gibt und wie labormedizinische Leistungen vergütet werden, sehen Sie hier auf einem Blick.

 

Für 413 von 1.000 gesetzlich Krankenversicherten jährlich werden Laboruntersuchungen durchgeführt.

 

Zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen beruhen auf labormedizinischen Untersuchungen oder bestätigen sie.

 

Konstant unter 3 % der Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung entfallen auf laborärztliche Leistungen in der ambulanten wie stationären Versorgung.


Fachärzte für Laboratoriumsmedizin

1.618 Fachärzte für Laboratoriumsmedizin (einschl. Ärzte im Ruhestand),

davon 1.063 in der ambulanten und stationären Versorgung

  • 767 ambulant (72 %)
  • 296 stationär (28 %)
  •  (97 in Behörden und sonstigen Bereichen)

  (Quelle: Bundesärztekammer, Stand: 31.12.2019)

 

ca. 12.500 Ärzte anderer Fachrichtungen, die labormedizinische Leistungen erbringen dürfen (Selbstzuweiser):
v. a. Fachärztinnen und Fachärzte für Frauenheilkunde, Urologie, Orthopädie, Dermatologie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde,
Allergologie, Pneumologie und Rheumatologie


Laborärztin/Laborarzt
Die deutsche Labormedizin ist in den vergangenen Jahrzehnten aber zunehmend weiblicher geworden, wie die Entwicklung der Facharztanerkennungen für das Gebiet Laboratoriumsmedizin im Zeitverlauf zeigt:
  • 1998: Frauen 29 % / Männer 71 %
  • 2008: Frauen 40 % / Männer 60 %
  • 2018: Frauen 53 % / Männer 47 % (2019: 56 / 44 %)
  (Quelle: Bundesärztekammer, Stand: 31.12.2019)

Facharztanerkennungen Laboratoriumsmedizin im Zeitverlauf
Anzahl Labore
Medizinische Laboratorien

In 427 Medizinischen Laboratorien in Deutschland ist mind. ein/e Facharzt/Fachärztin für Laboratoriumsmedizin tätig.
Viele Labore sind in beiden Sektoren - ambulant und stationär - aktiv.

  • 287 ambulant (ohne Öffentlicher Gesundheitsdienst)
  • 140 stationär (einschl. Krankenhaus-MVZ)

  (Quelle: eigene Zählung 2020)


Ausgaben der Krankenversicherungen für laborärztliche Leistungen
Gesetzliche Krankenversicherungen
  • 3,44 Mrd. Euro ambulant
  • 3,78 Mrd. Euro stationär

Private Krankenversicherungen

  • 1,19 Mrd. Euro ambulant
  • 0,73 Mrd. Euro stationär

  (Quelle: Statistisches Bundesamt, Gesundheitsausgabenrechnung, Bezugsjahr 2018)


Vergütung der Labormedizin
Die Vergütung laborärztlicher Leistungen lässt sich so unterteilen:
  • ca.   2,36 % Honorar für ärztliche Leistungen (EBM-Kapitel 12)
  • ca.   4,46 % Versandkosten (Vorbereitung und Transport der Proben: GOP 40100)
  • ca. 12,45 % Wirtschaftlichkeitsbonus (GOP 32001)
  • ca. 21,85 % Allgemeinlabor (EBM-Kapitel 32.2 ohne GOP 32001)
  • ca. 58,88 % Speziallabor (komplexere Laboruntersuchungen; EBM-Kapitel 32.3)

  (Quelle: eigene Berechnungen)


Wer an der Laborvergütung partizipiert

Fast die Hälfte (47,9 %) der von der Gesetzlichen Krankenversicherung dem Labor zugerechneten Mittel geht an Haus- und Fachärzte. Sie erhalten pro Behandlungsfall und Quartal einen sogenannten Wirtschaftlichkeitsbonus, zusätzlich werden Leistungen des Allgemein- und Speziallabors erstattet.

Die Fachärzte für Laboratoriumsmedizin erhalten nur 22,3 % der gesamten GKV-Laboraufwendungen (Zahlen für 2013).

 

Marktanteile im Labormarkt

  • ca. 52 % Einzellabore und lockere Verbünde und
  • ca. 48 % Laborketten

  (Quelle: Trillium-Report 1/2012)

Wer an der Laborvergütung partizipiert