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Daten medizinischer Labore für neue Infektionsschutz-Regeln nutzen

04. 01. 2022

 

Auf der aktuellsten Datenbasis zur Infektionslage regional adäquat reagieren – mit diesem Ziel regt der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) an, vorliegende Daten sogenannter ‚variantenspezifischer PCR-Tests‘ für neue Infektionsschutz-Regeln heranzuziehen. Bisher werde auf der vergleichsweise dünnen, weniger aktuellen Datenbasis von Sequenzierungen des Coronavirus-Genoms argumentiert und entschieden, kritisiert der BDL.


Mit den durch die Labore über die DEMIS-Schnittstelle an das RKI übermittelten Daten der ‚variantenspezifischen PCR-Tests‘ könne man in dieser Woche – auch regionalspezifisch – adäquat über eine verkürzte Corona-Quarantäne entscheiden. „Wir sehen bereits jetzt, dass bundesweit Arztpraxen wegen Infektionsfällen schließen müssen. Geschlossene Praxen schwächen nicht nur die medizinische Grundversorgung, sie verringern auch die Impfkapazität.“ Die medizinischen Labore deutschlandweit lieferten dem RKI aktuelle, belastbare Daten, um darauf regional angemessen zu reagieren, so der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. „Eine Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage mit anschließendem Freitesten macht dort Sinn, wo die Omikron- die Delta-Mutation verdrängt hat. Für eine Freitestung schon nach fünf Tagen verfügen die medizinischen Labore nach derzeitigem Stand über ausreichende Kapazitäten.“

 

Hintergrund:

 

Bei einem positiven PCR-Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 können die Fachärztinnen und Fachärzte in den medizinischen Laboren deutschlandweit auf Anforderung einen sogenannten „variantenspezifischen PCR-Test“ anschließen, um zu beurteilen, ob es sich um eine Infektion mit der Omikron-Variante handelt: Anhand derselben Probe wird eine weitere PCR-Testung durchgeführt, mit der bereits definierte Virusvarianten (z. B. Delta, Omikron) frühzeitig identifiziert werden. Das Ergebnis liegt meist schon am selben oder spätestens am nächsten Tag vor, sodass kurzfristig eine entsprechende Mitteilung an das RKI und das zuständige Gesundheitsamt erfolgen kann.

 

Demgegenüber erfüllt die Sequenzierung, bei der Laborärztinnen und Laborärzte das gesamte Genom des Coronavirus untersuchen, zwei weitergehende Funktionen: Zum einen ermöglicht sie eine Ergebniskontrolle der variantenspezifischen PCR (Mutation richtig erkannt?). Zum anderen dient sie Untersuchung bisher unbekannter Virusvarianten (neue Mutation?). Gensequenzierungen beanspruchen jedoch deutlich mehr Zeit (Infektionsstatistik hinkt der tatsächlichen Infektionslage um einige Tage hinterher). Zudem sind die Kapazitäten für diese aufwändige Untersuchung vergleichsweise eingeschränkt.