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Multiplex-PCR als wichtigste Methode zur Abgrenzung von Infektionen einsetzen

05. 10. 2021

 

Zunahme schwerer Atemwegsinfekte im Herbst

 

Mit dem derzeitigen frühen Anstieg der RSV-Infektionen (Respiratorisches Synzytial-Virus) bei Kindern sollten nach Auffassung des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte (BDL) die Möglichkeiten zur schnellen Differenzialdiagnostik von respiratorischen Keimen in Abgrenzung zum Coronavirus SARS-CoV-2 verbessert werden. Die sogenannte „Multiplex-PCR“ ermögliche innerhalb weniger Stunden den jetzt notwendigen parallelen Nachweis zahlreicher viraler wie bakterieller Erreger. Bisher sei dieses labordiagnostische Verfahren in der gesetzlichen Krankenversicherung jedoch nicht abrechnungsfähig, kritisiert der BDL.

 

Der BDL verweist auf die jüngsten Ergebnisse der wöchentlichen virologischen Surveillance der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert Koch-Instituts: im Frühherbst habe es gut doppelt so viele Nachweise respiratorischer Viren wie im Vorjahreszeitraum gegeben. Dies führe bereits jetzt zu vielen Krankenhauseinweisungen von Kleinkindern mit schweren Atemwegsinfekten. Auffallend hoch sei speziell der Anteil der RSV-Viren, insbesondere bei den 0- bis 4-Jährigen.

 

Nach Berichten über größere RSV-Ausbrüche in Australien, Japan und den USA hatte das RKI bereits im Sommer 2021 entsprechende Vorbereitungen in Deutschland angemahnt. Als Grund für die derzeitige starke Zunahme von Atemwegserkrankungen bei Kindern gilt, dass diese im Corona-Winter 2020/21 aufgrund umfangreicher Infektionsschutzmaßnahmen keinen natürlichen Immunschutz durch Erreger-Kontakte aufbauen konnten.

 

„Wir müssen unsere Aufmerksamkeit jetzt stärker auf andere Infektionen neben dem Coronavirus richten. SARS-CoV-2 macht nach aktuellen Zahlen nur einen geringen Anteil am problematischen Infektionsgeschehen bei Kleinkindern aus. Die Multiplex-PCR als wichtigste Methode zur Differentialdiagnostik von Infektionserkrankungen sollte zeitnah in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden“, so der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski.