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MTA-Reform-Gesetz: Keine neuen Hürden für kleine Labore, Fachwissen stärken

16. 12. 2020

 

Fachkräfte sichern, keine neuen Hürden für die Ausbildung des medizinisch-technischen Nachwuchses: Zur heutigen Anhörung des Deutschen Bundestages zum MTA-Reform-Gesetz spricht sich der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) für Änderungen aus, die kleineren medizinischen Laboren die Ausbildung erleichtern. Zudem soll nach den Vorschlägen des BDL das theoretische Fundament der Auszubildenden gestärkt werden.


Konkret fordert der BDL, die in Paragraph 19 des aktuellen Gesetzentwurfes vorgesehene Stellung einer praxisanleitenden Person durch das auszubildende Labor zu streichen. „Für ein kleines Labor ist die starre Praxisanleiter-Regelung eine Hürde, überhaupt auszubilden“, so der Sachverständige des BDL für die heutige Anhörung im Deutschen Bundestag Priv.-Doz. Dr. Matthias Orth (Stuttgart). „Gerade in den kleineren Strukturen ist die praktische Ausbildung sehr vielseitig. Der interne Austausch ist intensiv, die Hierarchie flacher. Die Praxisanleiter-Regelung ist für die beinahe familiären Strukturen kleiner Labore wesensfremd“, kritisiert Orth die geplante Regelung. Rückmeldungen fach-ärztlicher Kollegen deuteten darauf hin, dass die Ausbildungsplätze in den Laboren reduziert werden müssten, wodurch das zentrale Ziel des Gesetzgebers konterkariert würde, den Nachwuchs im Labor zu sichern.


Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn zähle die praktische Ausbildung in modernen Laboren vor Ort ohnehin schon zu den Stärken der deutschen medizinischen Labore. „Was uns in der COVID-19-Pandemie hilft, bringt auch die Auszubildenden voran – medizinische Labore werden in Deutschland ärztlich geführt. Die Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin kennen den aktuellen medizinischen Bedarf und können so die Qualität der Diagnostik und der Ausbildung sicherstellen.“


Orth verweist jedoch auf ein Problem, das durch das MTA-Reform-Gesetz noch verschärft werden könnte: „Wir müssen aufpassen, dass das theoretische Fundament der heutigen MTA und künftigen medizinischen Technologen im internationalen Maßstab nicht zurückfällt. Der Gesetzentwurf sieht eine deutliche Ausweitung der Praxisstunden vor. Das geht aber zulasten der theoretischen Wissensvermittlung durch die Fachschulen, obwohl die Labormedizin zu den innovativsten Bereichen der Medizin zählt. Moderne labormedizinische Analyseverfahren wie MALDI TOF, Next Generation Sequencing oder verschiedene PCR-Systeme erfordern auch eine umfassende theoretische Ausbildung. Darüber hinaus gewinnt die Vermittlung in die Grundlagen des Qualitätsmanagements zunehmend an Bedeutung. Die erhebliche Kürzung der theoretischen Ausbildungsanteile muss daher unbedingt zurückgenommen werden“, so Orth abschließend.


Die Stellungnahme des BDL zum Regierungsentwurf des MTA-Reform-Gesetzes können Sie hier nachlesen.