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Verdeutlichung zum Neujahrsbrief 2026

BDL Verdeutlichung zum Neujahrsbrief 2026


Kurs halten in einem Jahr der Weichenstellungen - eine Verdeutlichung zum Neujahrsbrief 2026


Sehr geehrte Kolleginnen, 
sehr geehrte Kollegen,

nach den Feiertagen wünsche ich Ihnen und Ihren Familien einen guten Start in ein gesundes und beruflich erfolgreiches Jahr 2026.

Das vergangene Jahr war für die Laboratoriumsmedizin von tiefgreifenden Veränderungen geprägt, deren Auswirkungen uns im neuen Jahr in vollem Umfang fordern werden. 2026 wird ein Jahr der strategischen Positionierung, in dem wir die Folgen neuer Rahmenbedingungen analysieren und unsere Interessen mit Beharrlichkeit und Sachverstand vertreten müssen.

 

1. EBM-Reform 2025: Analyse der Realität und strukturelle Fehlanreize

Die zum 1. Januar 2025 in Kraft getretene EBM-Reform wurde, wie vom BDL prognostiziert, in den KVen mit Quotierungsmodellen umgesetzt, die zu einer spürbaren Umverteilung zulasten der Laboratoriumsmedizin führen. Die Honorareinbußen sind eingetreten. Unsere Aufgabe ist es nun, die genauen Auswirkungen zu dokumentieren und die strukturellen Fehlanreize des Systems offenzulegen.

Im Fokus steht dabei weiterhin der sogenannte Wirtschaftlichkeitsbonus. Es bleibt ein systemischer Skandal, dass jährlich über 250 Millionen Euro dafür aufgewendet werden, notwendige Laborleistungen zu verhindern, anstatt sie gezielt zur Verbesserung der Patientenversorgung einzusetzen. Dieser Mechanismus untergräbt die medizinische Notwendigkeit und schädigt die systemrelevante Stellung der Labordiagnostik. Wir werden unsere Arbeit fortsetzen, um eine qualitativ und medizinisch sinnvolle Verwendung dieser Mittel durchzusetzen.

 

2. GOÄneu: Schadensbegrenzung erreicht, aber Kernproblem ungelöst

In den Verhandlungen zur GOÄneu konnten wir als BDL durch intensive Arbeit verhindern, dass weitere, über den bisherigen Entwurf hinausgehende Benachteiligungen für die Laboratoriumsmedizin aufgenommen wurden. Dies ist als Erfolg in der Schadensbegrenzung zu werten.

Gleichwohl ist das Kernproblem ungelöst: Die im Raum stehenden, drastischen Honorarkürzungen konnten bislang nicht rückgängig gemacht werden. Leider mussten wir hierbei auch eine mangelnde Solidarität seitens der Bundesärztekammer feststellen, deren Positionen die Interessen der diagnostischen Fächer nicht ausreichend berücksichtigen.

Dennoch bleiben wir im Gespräch und halten an unseren zentralen Forderungen fest:

  • Die Sicherung der ärztlichen Verantwortung bei der Leistungserbringung (§ 4 GOÄ), auch für das Basislabor (Kapitel M2).

  • Die Streichung der Fremdbezugsfähigkeit von Laborleistungen des gesamten Kapitels M.

  • Die klare Zuweisung der Verantwortung für die Indikationsstellung zum überweisenden Arzt.

Unsere Strategie ist hier die der beharrlichen und faktenbasierten Verhandlungsarbeit. Wir werden nicht nachlassen, eine GOÄ zu fordern, die die Qualität und die ärztliche Verantwortung in der Laboratoriumsmedizin sichert.

 

Unser gemeinsamer Kurs für 2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Sie erfordert strategische Klugheit und einen langen Atem. In seinem 70. Jahr beweist der BDL mehr denn je seine Notwendigkeit als starke, fachlich versierte Interessenvertretung.

Lassen Sie uns dieses Jubiläum nutzen, um unsere Kräfte zu bündeln. Ich lade Sie herzlich zum Deutschen Labortag am 21./22. Mai in Berlin ein. Nutzen wir dieses Forum für die gemeinsame Analyse, die strategische Abstimmung und um nach außen zu demonstrieren, dass wir geeint für die Zukunft einer qualitativ hochwertigen Laborversorgung in Deutschland eintreten.

 

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen und ein Wiedersehen.

Mit kollegialen Grüßen

Dr. rer. nat. Andreas Bobrowski

1. Vorsitzender