Stellungnahme: Muster-Weiterbildungsordnung

Muster-Weiterbildungsordnung

Für die Qualität der laborärztlichen Arbeit ist die Weiterbildung von entscheidender Bedeutung. Der BDL bringt sich daher intensiv in die Diskussion um die geplante neue Musterweiterbildungsordnung ein. Hier sein Diskussionsbeitrag.

BDL-Diskussionsbeitrag zum Entwurf der Muster-Weiterbildungsordnung für das Fachgebiet Laboratoriumsmedizin (aus einer gemeinsamen Sitzung des BDL- und des BÄMI-Vorstandes am 17. Januar 2014).

72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß §5 Abs. 1 Satz 1, davon

  • 12 Monate in der stationären unmittelbaren Patientenversorgung im Gebiet Innere Medizin und/oder Kinder- und Jugendmedizin
  • 30 Monate Laborweiterbildung in Klinischer Chemie und Immunologie, Hämatologie, Hämostaseologie, Molekulargenetischer Diagnostik
  • 24 Monate Laborweiterbildung in Mikrobiologie (direkter und kultureller Erregernachweis, Infektionsserologie, molekular-diagnostische Verfahren)
  • 6 Monate Immunhämatologie.

Bis zu 24 Monate können in Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und bis zu 12 Monate können in Transfusionsmedizin angerechnet werden.

Mindestens 24 Monate müssen an einem fachärztlich geleiteten Laborinstitut (Labormedizin oder Mikrobiologie) abgeleistet werden, das in die Versorgung stationärer, kritisch Kranker an einem Krankenhaus mit Intensivstation eingebunden ist.

Getragen ist dieser Vorschlag von den sich deutlichen erhöhenden Kompetenzanforderungen (Infektiologie, Molekulargenetik, Hämostaseologie etc.) an unser Fachgebiet und der Vielfalt klinischer Fragestellungen in der stationären Patientenversorgung.

Die Kunst wird darin liegen, interdisziplinäre Synergismen im Aufbau der Weiterbildung herauszuarbeiten und die gegenseitige Durchlässigkeit der Weiterbildung zu sichern. Unser Nachwuchs kann so den unterschiedlichen strukturellen Anforderungen der Krankenhäuser und der diese versorgenden Laboratorien genügen und die nötige Kompetenz auch gleich beim Start der Karriere als Facharzt bieten. Dies erscheint in Verbindung mit der Beibehaltung der strikten Auftragsbindung und dem sich damit ergebenden Vier-Augen-Prinzip derzeit als der beste Weg zur Sicherung der Qualität der Versorgung unserer Patienten mit laborärztlichen Leistungen und ist damit bestens geeignet, unsere zukünftige Rolle in der Patientenversorgung weiter zu entwickeln und zu sichern.

Nicht-Laborärzte, die diese Leistungen für eigene Patienten erbringen, müssen den gleichen Kompetenzanforderungen genügen. Dies ist gelebter Patientenschutz.

Dr. med. Bernhard Wiegel

Anschrift

Berufsverband
Deutscher Laborärzte e.V.
Keithstraße 26
D-10787 Berlin
Web: http://www.bdlev.de
Email: buero-berlin@bdlev.de

Der BDL

Der Berufsverband Deutscher Laborärzte vertritt die Interessen der rund 1000 Fachärzte für Laboratoriumsmedizin in Deutschland. Innerhalb der Ärzteschaft und gegenüber der Politik setzt sich der BDL für angemessene Rahmenbedingungen ein, um die qualitativ hochwertige labormedizinische Versorgung zu sichern.